Das Fasten.

Unter dem Begriff “Fasten” kann man mehre Dinge verstehen.

Fastenkur

Die Fastenkur ist eine Form der Ernährungstherapie.
Vom medizinischen Standpunkt aus gilt sie (richtig angewandt!) als gesundheitsfördernd.

Kirchliches Fasten

Hier muß als erstes erwähnt werden, daß die Kirche keine unbedingte Pflichterfüllung auf Kosten der Gesundheit wünscht.
Im religiösen Sinne ist das Fasten Mittel zur Buße und inneren Einkehr.
Die Art des Fastens wird von spezifischen Speiseverboten bestimmt.

  1. Katholische Kirche:
  2. Hierbei geht es um dreierlei:

    1. Einübung der Beherrschung sinnl. Begehrens,
    2. Bereitung des Geistes für Höheres,
    3. Sühne für die Sünde als Teilnahme an der von Christus geleisteten Sühne.

    Die Fastenzeit findet in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern statt, wobei am Aschermittwoch und Karfreitag das Abstinenzgebot (keine Fleischspeisen) gilt.
    Dieses verpflichtet von 14. Lebensjahr an; das Fastengebot vom vollendeten 21. bis zum beendeten 60. Lebensjahr.

    Ausgenommen sind

    1. Arme, die von Geschenken leben,
    2. Kranke, Genesende, hoffende u. stillende Mütter,
    3. Schwerarbeiter,
    4. alle, denen nur Fleischspeisen zur Verfügung stehen, etwa die abhängigen Familienmitglieder, denen Fleisch vorgesetzt wird;
      Personen, die in Gasthäusern essen u. dort nichts anderes bekommen;
      Gäste, die mit Fleisch bewirtet werden u. nicht ohne Nachteil ablehnen können;
      Leute, die irrtüml. Fleisch zubereitet haben u. es nicht ohne Schaden aufheben od. nichts anderes mehr beschaffen können.
  3. In der evangelischen Kirche existieren keine Fastengebote.
  4. Im Islam gilt der 9. Monat im Jahr als Fastenmonat (Ramadan).

Quellen:
Lexikon der christlichen Moral, Stichwort “Fasten”, Karl Hörmann, 1976,
Brockhaus Enzyklopädie, 19.Auflage, 1986